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Freitag, 27. Februar 2009

...und draussen samtigweißes Frühlingserahnen.


Das Weidenkätzchen

Kätzchen ihr der Weide, wie aus grüner Seide, wie aus grauern Samt! Oh, ihr Silberkätzchen, sagt mir doch ihr Schätzchen, sagt, woher ihr stammt!

Wollens gern dir sagen: wir sind ausgeschlagen aus dem Weidenbaum, haben winterüber drin geschlafen, Lieber, in tieftiefem Traum.

In dem dürren Baume, in tieftiefem Traume habt geschlafen ihr? in dem Holz, dem harten, war, ihr weichen, zarten, euer Nachtquartier?

Musst dich recht besinnen; was da träumte drinnen, waren wir noch nicht, wie wir jetzt im Kleide blühn von Samt und Seide hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken lagen wir im schlanken grauen Baumgeäst; unsichtbare Geister, die der Weltbaumeister dort verweilen lässt.

Kätzchen ihr der Weide, wie aus grauer Seide, wie aus grauem Samt! Oh, ihr Silberkätzchen, ja, nun weiß, ihr Schätzchen, ich, woher ihr stammt.

Christian Morgenstern

1 Kommentar:

  1. wunderschöne Frühlingsstimmung,
    bei uns gibt es noch immer 1m Schnee, wird noch etwas dauern bis es solche Bilder gibt
    ein schönes Wochenende wünscht dir Elfi

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