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Donnerstag, 12. November 2009

FarbInsel im NovemberNebelGrau

Regentag im Herbst

Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub -
Trüber Tag und trübe Stunde -
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn' Ende
Schweben still die welken Hände.

Trübe Herbstesregentage:
Gerne wandr' ich dann allein,
Was ich tief im Herzen trage,
Leuchtet mir in hellem Schein;
In die grauen Nebelräume
Spinn' ich meine goldnen Träume.

Und so träum' ich still im Wachen,
Bis der Abend niedersinkt,
Und in all den Regenlachen
Sanft und roth sein Abglanz blinkt.
In der Nähe, in den Weiten:
Rosenschimmer bessrer Zeiten!

Heinrich Seidel

(Quelle: http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/)

Buntes auf den Nadeln...

NOVEMBER


Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdriesslich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn' Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt's an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch' unvernünft'ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!

Heinrich Seidel

(Quelle: http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/)

Kommentare:

  1. Vielen Dank, für diese wundervollen Gedichte, liebe Barbara...........sie passen so herrlich in diesen Tag (wie haben heute Novemberregen)!!!!! Ich wünsch dir ein traumhaftes Wochenende....ich sehe, du bist schon wieder so kreativ und ein wunderbares Stück entsteht unter deinen Händen......

    allerliebste Grüße, herzlichst Jade

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  2. Oh weh, WIR muss es natürlich heißen, nicht wie ;)! Und es ist dazu auch recht stürmisch, muss bald mit Sheila raus :((!

    Herzlichst Jade

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  3. Hallo Barbara, das zweite Novembergedicht von Heinrich Seidel ist wirklich wunderbar. Es bringt sehr schön die Faszination über die Urgewalten der Natur, die im November ihren kräftigsten Ausdruck finden, hervor. Es ist nicht melancholisch, sondern im tiefsten Herzen ein fröhliches Gedicht. Das scheint mir eine seltene Perle unter den Novembergedichten zu sein.

    LG von Jule

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  4. I've just found your blog. It is a true gem in the cyber world. I leave a small Swedish footprints behind me. I will be back!

    Greetings from Sweden & Agneta

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  5. schön, das buntgestrickte zwischen den herbstlich gestimmten texten, liebe barbara :)

    slg rena

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