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Sonntag, 19. Dezember 2010

WeihnachtsStickerei - die letzte

Zumindest für dieses Jahr,denn so langsam muss ich aufpassen, dass es nicht zu viel wird. ;) Aber gerade diese kleinen Weihnachtsstickereien machen einfach unheimlich viel Spaß.

Dieses Motiv ist ein kleines Weihnachtsgeschenk von Gail Pan zum freien Download.

Mit diesem kleinen Tannenbäumchen möchte ich euch einen wunderschönen vierten Advent wünschen.

Und mit einer kleinen Geschichte,die ich auch im letzten Jahr schon gepostet habe,weil der Heilige Abend nun nicht mehr fern ist. Nicht mit erhobenem Zeigefinger,denn ich wüsste nicht,wer oder was mir das Recht dazu geben könnte,aber mit der Einladung im Schein der vier Adventskerzen kurz innezuhalten in dem uns so oft einholenden Weihnachtsstress und sich zu erinnern was Weihnachten bedeutet und uns sagen möchte.

Das Fest der Liebe

Heute ist der Abend heilig.

Das Fest der Liebe steht vor der Tür.

Otto steht auch vor der Tür. An diesem lieben Fest.

Otto kennt die Tür, das Haus, die Menschen hinter den weihnachtlich geschmückten Fenstern nicht. Aber er sieht einen Weihnachtsbaum. Einmal am Heiligen Abend nicht alleine sein ... dieser Wunsch war so stark und der Baum so einladend, dass er einfach geklingelt hat.Die Tür geht auf, Otto nimmt seinen ganzen Mut zusammen und sagt dem männlich-ratlosen Gesicht im Türspalt "ich bin alleine und ich dachte, dass ich heute einfach mal klingele und frage, ob ich den Abend mit ihnen verbringen darf". Schließlich ist heute das Fest der Liebe ... diese Worte sagt Otto aber nicht, sondern denkt sie nur.

Schrecksekunde ... die Zeit hält für einen Moment die Gesichter an. Auch das in der Tür ist erstarrt. Der Mann scheint ratlos. Die Frau des Mannes gesellt sich hinzu.

Otto versucht, die Botschaft zweier Stirne und deren Falten zu übersetzen. Wenn er die nicht ausgesprochenen Worte richtig deutet, dann stört er gerade. Obwohl der Abend heilig ist und es auch schon 18 Uhr, also wirklich Abend ist. Und obwohl er durch den Türschlitz Kerzenlicht sehen kann.

Otto will sich umdrehen ... als der Mann ihn fragt "ähhm ... sie wollen mit uns feiern?"."Er kann sogar sprechen" denkt Otto für einen sarkastischen Moment und sagt dann "ja, wenn es ihnen keine Umstände macht". Doch bereits während des Sprechens der Worte schwindet die Lust zum Mitfeiern.Irgendwie schien das doch nicht ein Fest der Liebe zu sein, sondern mehr ein Fest der Familie. Denn von drinnen klingen ältere Stimmen "wer ist denn an der Tür ... Hilde, kommst du bitte mal ..."Worauf das weibliche Wesen, das eben noch an der Tür stand, in die Küche eilt. Hilflos schaut der Vertreter der männlichen Spezies ihr nach. Als könne er durch Kopfdrehen dem unangenehmen Spuk ein Ende machen.

Konnte er auch, denn als Karl-Heinz wieder Richtung Außentreppe schaut, ist niemand mehr da."Gottseidank" murmelt er unhörbar, hatte dabei aber ein verdammt schlechtes Gewissen. Karl-Heinz trägt seine Gedanken, ob er den Mann nicht einfach hätte reinbitten sollen, nur 2 Meter weit ... so weit, bis die Worte "Karl-Heinz, kommst du ..." und "Papa, wann gibts denn endlich die Geschenke" ihn erreichen."Ja, ich komm ja schon" murmelt Karl-Heinz ... und wird sofort von seiner Mutter in den Arm genommen. "Frohe Weihnachten mein Kind" sagt Erna und drückt ihn wie früher. "Es ist so schön, mal wieder gemeinsam Weihnachten zu feiern. Das sollten wir ab jetzt wieder jedes Jahr machen. Weisst Du, auch wenn man sich das ganze Jahr über kaum sieht, muss man wenigstens Weihnachten zusammen feiern. Schließlich ist es doch das Fest der Liebe" ... Ernas Worte werden stellenweise undeutlich. Tränenfeuchter Dialekt eben am schönen heiligen Abend.

Und Otto läuft die Straßen entlang ... vorbei an all den Fenstern, die soviel Wärme schwindeln. Kann sein, dass er an der falschen Haustüre geklingelt hatte. Kann aber auch sein, dass er dieses Fest überschätzt hat."Ich glaube, an jedem anderen Tag hätte ich weniger gestört als heute" ... murmelt Otto in die kalte Nacht hinein.

(Verfasser unbekannt)

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius



Herzliche Grüsse

Barbara


Kommentare:

  1. ohne viele Worte, weil ich nichts zerreden mag - wunderschön und anrührend.
    GlG Bernstein

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  2. Mir geht es genauso und ich möchte mich einfach Bernsteins Worten anschließen...mit Tränen in den Augen.

    Sei herzlich gegrüßt und hab einen schönen und besinnlichen Abend.
    Birgit

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  3. Hallo Barbara,
    so schön!!
    Viele liebe Grüße
    Simone

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  4. That is so charming Barbara!
    Happy Christmas to you!
    xx, shell

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  5. Liebe Barbara, ich erinnere mich an die Geschichte. Der letzte Satz ist es, der mich auch in diesem Jahr schlucken läßt.

    Liebe Grüße
    Jule

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  6. Das Gedicht von Matthias Claudius fand ich heute auch schon sehr passend ;-)

    Liebe Grüsse

    Simone

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  7. richtig weihnachtliche stimmung herrscht hier in deinem blog, liebe barbara. tut mir leid, dass ich in diesem jahr so wenig zum bloggen kam und in den letzten wochen grad mal soviel zeit aufbringen konnte, um ein paar fotos reinzustellen. das wird wieder besser und ich werde wieder öfter gelegenheit haben, hier bei dir vorbeizuschauen.

    bis dahin möchte ich dir ein frohes fest wünschen! - mit slg rena

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